follow Merian

25. Juni 2020
Zwischen Schonen und Leistungssport

Was nach einer Hüft- und Knieprothese erlaubt ist

Die Patienten erwarten heute von einer Hüft- oder Knieprothese mehr als Schmerzfreiheit. Viele möchten ihre sportliche Aktivität bis ins hohe Alter beibehalten oder steigern.Welche Empfehlungen Sie Ihren Patienten geben können, erläuterte Professor Dr. Reinhard Elke, Orthopäde an der Merian lselin Klinik Basel, an einem Webinar der Medical Tribune.


Immer wieder gibt es Kritik, dass in der Schweiz zu viele Prothesen-Operationen durchgeführt werden - sie steht an der Spitze der OECD-Länder , allerdings dicht gefolgt von Deutschland und Österreich. Andererseits steht die Schweizer Bevölkerung bis ins hohe Alter produktiv im Arbeitsprozess und weist eines der höchsten realen Rentenalter auf. Die Zahl der notwendigen prothetischen Versorgungen korreliert mit dem Alter, die Kurve steigt nach 65 Jahren stark an.
Damit wird die Zahl der Prothesen-Operationen rein demografisch auch in den nächsten Jahren weiter ansteigen, kommen doch in naher Zukunft einige geburtenstarke Jahrgänge ins «Arthrose-Alter».

Kleinere Hüftköpfe sorgen für weniger Abrieb

Heute halten Hüftprothesen häufig über 20 und Knieprothesen über 15 Jahre. Dies wurde auch durch Fortschritte bei Prothesendesign und Operationstechnik erreicht. Lange war eines der Hauptprobleme der Abrieb des Polyethylens. Dieses Material kann eine sogenannte Partikelkrankheit auslösen, die dann zu Knochenläsionen und Prothesenlockerung führen kann.
Um den Abrieb zu vermindern, wurden verschiedene Konzepte verfolgt. So verursachen kleinere Hüftköpfe weniger Abrieb, erlauben aber einen geringeren Bewegungsumfang und haben eine höhere Luxationsrate. Der Versuch mit Metall-Metall-Gleitflächen wurde wieder verlassen. Erfolgreich hingegen war die Entwicklung eines hochvernetzten Polyethylens, das bei multidirektionaler Belastung niedrige Abriebwerte zeigt. Dies erlaubt die Wahl grösserer Hüftköpfe, die mit mehr Beweglichkeit bei gleichzeitig geringerer Luxationsrate sehr wenig Abrieb zeigen. All diese Fortschritte beeinflussen die heutigen


Sport-Empfehlungen

Die Hüftprothetik gehört zu den erfolgreichsten orthopädischen Operationen überhaupt. Die klassischen Zugänge haben spezifische Vor- und Nachteile. So zeigt der direkt laterale Zugang eine relativ geringe Luxationsrate, aber immer wieder postoperatives Hinken, das sogenannte Abduktorenhinken. Beim weit verbreiteten hinteren Zugang werden zwar die Abduktoren geschützt, jedoch ist das Luxationsrisiko erhöht.
Die neueren minimalinvasiven Zugänge sind muskelschonender. Der Operateur geht zwischen den Muskeln hindurch, ohne diese vom Knochen abzulösen. Dieser Zugang hat nicht die Nachteile der klassischen Zugänge, ist aber technisch anspruchsvoller.
Auch beim Knie kann sich die Prothesenform auf die Sportfähigkeit auswirken. Neben der Hemiprothese unterscheidet man bei der Totalprothese vor allem zwischen banderhaltenden und stabilisierenden Prothesen, die bei beschädigtem Bandapparat eine höhere Stabilität vermitteln

Sport ja - aber nicht sofort

Wann welche körperlichen Aktivitäten wieder möglich sind, hängt von der Phase der Rehabilitation ab. In der ersten Phase bis etwa sechs Wochen postoperativ ist das Ziel, dass der Patient die Selbstständigkeit in häuslicher Umgebung erlangt. Geübt werden Gangsicherheit, Ankleiden und Körperpflege, der Patient erreicht einen Basis-Bewegungsumfang. In dieser Phase sollte das Einwachsen der Prothese nicht gestört werden, um eine frühe Lockerung zu vermeiden. übertriebene Bewegung schadet der Wundheilung und der Resorption von Hämatomen und Ödemen. Auch sollte das Gewebe, wie Kapsel, Muskel, Sehnen und Bänder, genügend Zeit für die Heilung haben.

Die zweite Phase bis drei Monate postoperativ beinhaltet die Reintegration in den Arbeitsalltag mit Vollbelastung, Ausdauertraining und Erhöhung des Bewegungsumfangs unter muskulärer Kontrolle. In dieser Phase gilt es Verzögerungen und allfällige Komplikationen wie Luxationsrisiken, Infekte und persistierende muskuläre Insuffizienzen zu erkennen und zu behandeln. Man sollte Überlastungen vermeiden, damit sich keine Sehnenansatzentzündungen oder Bursitiden entwickeln. Gerade sehr ehrgeizige Patienten brauchen hier Beratung.

Erst in der dritten postoperativen Phase, in der Regel ab drei Monaten postoperativ, steht dann die Intensivierung der körperlichen Leistungsfähigkeit mit Aufnahme von sportlichen Aktivitäten auf dem Programm. Hier ist eine sorgfältige Abwägung zwischen den Möglichkeiten der Patienten und deren Anspruch nötig. Mit in die Empfehlungen fliessen auch Faktoren wie die Knochendichte, der Zustand der Muskulatur sowie die Koordinationsfähigkeit ein.

Früher beruhten die Empfehlungen, welche Sportarten nach Prothesenoperationen geeignet sind, häufig auf der persönlichen Erfahrung von Experten.1 Nachdem wissenschaftliche Studien2 mit instrumentalisierten Prothesen messen konnten, welche Kräfte bei welchen Aktivitäten wirklich auf das Hüftgelenk wirken, können die Empfehlungen3 besser begründet werden. Dabei zeigt sich auch, dass es immer darauf ankommt, wie eine Sportart ausgeübt wird, sodass die Empfehlungen differenziert ausfallen sollten. Als zusätzlichen Aspekt zeigen die Messungen, dass die Kräfte auf das Hüftgelenk bei höherem Körpergewicht steigen.

Empfohlen werden Low-impact-Sportarten wie Gehen, Wandern und Schwimmen. Hier treten Belastungen von
250-400 % des Körpergewichts auf. Bei schnellem Laufen steigt die Belastung allerdings auf über 500 %, bei Rennen gar bis 910 %. Velofahren ist gut möglich, allerdings zu Beginn lieber in der Ebene oder in Gelände mit nur leichten Steigungen. Das Velofahren querfeldein ist generell weniger geeignet. Beim Tennisspielen wird vor allem das Doppel empfohlen, vom Einzeltennis wird eher abgeraten

Skifahren ist möglich, vor allem wenn der Patient schon vor der Operation ein geübter Skifahrer war, allerdings lieber auf der präparierten Piste in nicht zu steilem Gelände. Vom Tiefschneefahren wird abgeraten, genauso wie vom Snowboarden.

Skilanglauf ist ebenfalls eine Option. Dabei ist der klassische Stil weniger belastend als Skating. Beim Schwimmen sollten sich Patienten zunächst auf Crawl beschränken, der Brustbeinschlag muss aufgrund seiner Komplexität vorgängig intensiv geübt werden.

Kein Mannschaftssport und beschleunigte Bewegungen

Alle sportlichen Tätigkeiten, die mit beschleunigten Bewegungen einhergehen, wie Gewichtheben und Springen, oder bei denen sonst hohe Kräfte einwirken, wie beim Bergsteigen, sind nicht ohne weiteres zu empfehlen.4 Von Mannschaftssportarten mit oft hartem Körperkontakt  wird abgeraten. Nicht vergessen sollte man, dass es auch ohne Sport zu erheblichen Belastungen des Hüftgelenks kommen kann. So führt etwa Stolpern zu einer Belastung,  die höher ist als bei den meisten Sportarten. Es treten Kräfte bis zum 9-17-Fachen des Körpergewichts auf.
Je technisch anspruchsvoller eine Sportart ist, desto wichtiger sind die Vorkenntnisse der Bewegungsabläufe. Sie eignen sich daher vor allem für Personen , die diesen Sport schon vor der Operation ausgeübt haben. Ein sorgfältiges Aufbautraining ist in jedem Fall unerlässlich. Bei präoperativ inaktiven Patienten, die postoperativ ihr Leistungsniveau steigern möchten, besteht eine erhöhte Verletzungsgefahr. Sport nach einer Hüftprothese sollte immer im Sinne von «Freizeitsport» und nicht Leistungssport ausgeübt werden.
© medical-tribune.ch

23. Juni 2020
Diagnose-Talk: Behandlung von Prostatavergrösserung


Sehen Sie sich jetzt hier den Diagnose Talk von Moderatorin Diana Bevilacqua mit unserem Belegarzt, dem Urologen PD. Dr. Malte Rieken, zum Thema «Behandlung von Prostatavergrösserung» an.

 

22. Juni 2020
Neues Sprunggelenk – massgeschneidert in der Merian Iselin Klinik


Das Sprunggelenk ist ein sehr komplexes und auch anfälliges Gelenk. Bei Unfällen können Knochen brechen und Bänder reissen. Es kann auch zu Abnutzungserscheinungen und Arthrose kommen. Dr. Jeanne Fürst liess sich alles im Detail zeigen und wollte hautnah erfahren, was Betroffene erleben. In der Merian Iselin Klinik begleitete sie einen Patienten während eines operativen Eingriffs bei dem er ein speziell für ihn massgeschneidertes Sprunggelenk erhielt.

Hier können Sie die Sendung ansehen.

17. Juni 2020
ANQ Nationaler Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ)

ANQ veröffentlicht ihre Messung 2019.
Die Merian Iselin Klinik erhält überdurchschnittlich gute Resultate


ANQ ist der Nationale Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken. Er koordiniert und realisiert schweizweit Qualitätsmessungen in der Akutsomatik, der Rehabilitation und der Psychiatrie. Die Merian Iselin Klinik nimmt jährlich an den Erhebungen von ANQ teil. Die Resultate ermöglichen der Klinik, sich landesweit mit Spitälern und Kliniken zu vergleichen und helfen, gezielte Massnahmen zur Verbesserung der Patientenzufriedenheit zu ergreifen. 

 

 

 

15. Juni 2020
Ortho-Notfall: Spezialisiert. Persönlich. Schnell.

Start unserer Ortho-Notfall Kampagne

Heute startet unsere Plakat, Bus und Social Media Kampagne für unseren Ortho-Notfall. Mit der Kampagne möchten wir auf die Vorzüge eines spezialisierten Notfalls hinweisen und zwar kurz, prägnant und ein wenig peppiger. Dies waren die Vorgaben an unsere Agentur designersfactory und wir finden, sie haben das toll umgesetzt.



Die Vorteile eines spezialisierten Notfalls

Schweizweit gehört die Merian Iselin-Klinik zu den Topadressen im Bereich Orthopädie. Und zwar nicht nur stationär, sondern auch ambulant. Dank dem Ortho-Notfall, wo sich ein erfahrenes Ärzteteam um akute Verletzungen im Bewegungsapparat kümmert. Dessen erstes Ziel: Die Menschen von Schmerzen zu befreien. Und zwar so schnell wie möglich. Denn wenn wir Schmerzen empfinden, kommt uns plötzlich jede Minute, ja jede Sekunde endlos vor.

Nirgends wird das so deutlich wie bei Schmerzen. Die werden in unserem Ortho-Notfall als Allererstes bekämpft. Wer zu uns kommt – mit einem Bandscheibenvorfall, Bruch, Schnittwunden, Bänderzerrung oder Riss – der wird rasch und ohne lange Wartezeiten in einzelnen Behandlungszimmern betreut. Der Patient profitiert hier einerseits von einem erfahrenen Notfallteam und von der Expertise von Spezialisten, in der Regel Belegärzte, die unser Notfallteam verstärken. Andererseits bieten die Einzelzimmer Diskretion und Vorteile wie mehr Ruhe für Patienten, Angehörige und für das Notfallpersonal. 


Die Klinik arbeitet eng mit Belegärzten aus der Region zusammen. Diese stellen nach der Erstbehandlung durch das Team auf dem Ortho-Notfall die Diagnosen. Ist ein sofortiger operativer Eingriff notwendig, wird er in der Klinik durch einen entsprechenden Spezialisten vorgenommen. Ist ein Eingriff zeitlich unkritisch aber notwendig, schlägt der Belegarzt das Prozedere vor und berät den Patienten in der eigenen Praxis, um dann für eine OP mit ihm in die Merian Iselin-Klinik zurückzukehren. Die Zusammenarbeit mit Belegärzten hat für Patienten enorme Vorteile: Sie haben nicht nur leicht Zugang zu einem qualifizierten Spezialisten, sondern entwickeln zu ihm bereits nach der Erstbehandlung durch den Ortho-Notfall ein Vertrauensverhältnis. Was bei längerer Behandlungsdauer unabdingbar wird.

09. Juni 2020
Diagnose: Behandlung von Prostatavergrösserung


Jeder zweite Mann kann ab dem 50. Lebensjahr betroffen sein. In der Sendung Diagnose spricht Diana Bevilacqua mit unserem Belegarzt, dem Urologen PD Dr. Malte Rieken über Symptome, Behandlungsarten und über zwei neuere Operationstechniken. Den Beitrag können Sie hier ansehen.

25. Mai 2020
gesundheitheute Sendung zum Thema Probleme mit dem Kniegelenk


Je älter wir werden, desto grösser sind die Abnützungserscheinungen in den Gelenken. Ein Problem ist Arthrose am Knie und dies kann sehr einschränkend sein. Was hilft bei Knieschmerzen? Was lässt sich konservativ erreichen und wann braucht es eine Operation? Zwei ausgewiesene Fach- und Belegärzte unserer Klinik, Dr. Matthias Klein und Dr. Daniel Weber, erklärten bei gesundheitheute, was beim Entscheidungsprozess zu berücksichtigen ist und welche Aussichten es gibt.

Hier können Sie die Sendung ansehen.

Social Media





Newsletteranmeldung




* Pflichtfelder


Instagram